Abrechnungsmethoden bei Beomed Translation Team

Ein heiß diskutiertes Thema in der Branche der Sprachdienstleister! Hier gibt es allerdings kein „richtig“ oder „falsch“, sondern es existieren zahlreiche Abrechnungsvarianten nebeneinander.

Wortbasis oder Zeilenbasis? Ausgangstext oder Zieltext?

Während international zumeist auf Grundlage des Ausgangstexts und auf Wortbasis abgerechnet wird, ist in Deutschland auch die Abrechnung auf Basis der „Normzeile“ des Zieltexts verbreitet.

So genormt, wie ihr Name vermuten lässt, ist diese Normzeile allerdings nicht: Üblich ist je nach Vereinbarung oder nach Schwierigkeitsgrad des Textes ein Wert zwischen 50 und 55 Anschlägen (Zeichen + Leerräume).

Manche Kunden bevorzugen die Abrechnung auf Wortbasis, weil die Wörterzahl des Ausgangstexts schon vor Projektbeginn feststeht.

Abrechnung nach JVEG

Gelegentlich wird auch die im JVEG (Gesetz über die Entschädigung von Zeugen und Sachverständigen) verwendete Festlegung von 55 Schriftzeichen pro Zeile herangezogen. Das JVEG wurde am 1. August 2013 modernisiert und legt als Grundhonorar für jeweils angefangene 55 Anschläge ein Honorar von 1,55 EUR fest, bei nicht elektronisch zur Verfügung gestellten Texten erhöht sich das Honorar auf 1,75 EUR pro angefangene 55 Anschläge.

Wichtig ist auch die Unterscheidung des Honorars danach, ob die Ausgangstexte in editierbarer Form vorliegen oder nicht.

„Ist die Übersetzung wegen der besonderen Umstände des Einzelfalls, insbesondere wegen der häufigen Verwendung von Fachausdrücken, der schweren Lesbarkeit des Textes, einer besonderen Eilbedürftigkeit oder weil es sich um eine in Deutschland selten vorkommende Fremdsprache handelt, besonders erschwert, beträgt das Grundhonorar 1,85 Euro und das erhöhte Honorar 2,05 Euro.“ (Quelle: E-Mail des Bundesverbands der Dolmetscher und Übersetzer vom 29.07.2013)

Professionelle Zeilenzählprogramme

So einfach, wie man meinen könnte, lassen sich Zeilenzahl und die Wortzahl allerdings nicht ermitteln: Die Angaben der Standard-Office-Programme unterschlagen erfahrungsgemäß relativ viel Text (zum Beispiel aus Grafiken). Aus diesem Grund setzen wir professionelle Zählprogramme oder die Analysefunktion der Translation-Memory-Software ein, um die unterschiedlichen Dateiformate zuverlässig auszuzählen. Beispiele hier für sind „TextCount“ oder „AnyCount“.

Zusatzleistungen ‑ Abrechnung auf Zeitbasis

Nicht berücksichtigen kann eine solche Zählfunktion natürlich den erhöhten Bearbeitungsaufwand, der bei einigen Dateiformaten nötig ist: So müssen zum Beispiel bei PowerPoint-Präsentationen fast immer die Textfelder und Umbrüche manuell angepasst werden, weil das Textvolumen deutscher Zieltexte größer ist als das des englischen Ausgangstexts. Einen solchen Mehraufwand rechnen wir nach dem tatsächlichen Zeitbedarf ab.

Auch die Konvertierung spezieller Dateiformate, die Erstellung von kundenspezifischen Glossaren (Terminologiearbeit) und einige andere Zusatzleistungen berechnen wir auf Stundenbasis. Liegt der Ausgangstext in maschinenlesbarem Format vor, bearbeiten wir diesen mit Software für automatische Texterkennung (OCR) und rechnen den Mehraufwand auf Zeitbasis ab.

Manche Textsorten, wie etwa Marketingtexte, erfordern einen überdurchschnittlichen Zeitaufwand und eventuell auch ein Fachlektorat durch einen Werbeprofi. Hier müssen die Zieltexte zeitintensiv an die Sprache und Lebenswelt des Zielpublikums adaptiert werden (Stichwort „Transkreation“). Diesem Mehraufwand wird man mit der Abrechnung auf Zeitbasis gerecht.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass alle Faktoren, die den Zeitaufwand verringern oder erhöhen, in das Honorar einfließen.

Transparenz

Wir meinen, Transparenz ist das A und O, und legen gemeinsam mit Ihnen die Abrechnungsmodalitäten fest.

Auf Wunsch senden wir Ihnen gerne einen unverbindlichen Kostenvoranschlag!