Was haben James Dean und der Heilige Hieronymus gemeinsam?

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Hl. Hieronymus von Domenico Ghirlandaio

Nun ja, an beide erinnert man am 30. September, ihrem Todestag. Beide prägten nicht nur ihre eigene Zeit, sondern beeinflussten ganze Generationen.

Während der eine eher durch seine wilde Jugend, seine Filmklassiker und seinen frühen Tod zur Legende wurde, ging der andere als maßgeblicher Bibelübersetzer in die Geschichte ein: Die von Hieronymus übersetzte „Vulgata“-Bibel war über Jahrhunderte hinweg DAS Standardwerk und diente übrigens auch als Vorlage für die erste gedruckte Bibel des Johannes Gutenberg.

Wegen seiner unermüdlichen Übertragung religiöser Schriften aus dem Altgriechischen ins Lateinische wurde Hieronymus, der angeblich sieben Sprachen beherrschte, schon bald Schutzpatron der Übersetzer.

Und 1991 erklärte der Internationale Übersetzerverband FIT schließlich den Hieronymus-Tag zum „Internationalen Tag des Übersetzens”.

Und was gibt es da zu feiern?

Einen Berufsstand, der es seinem Schutzpatron nachtut und eremitisch im stillen Kämmerchen stundenlang an Worten drechselt und an Sätzen feilt? Natürlich gibt es auch diesen Übersetzertypus noch immer.

Und die Liebe zur Sprache wird stets das Fundament all unserer Arbeit bleiben! Doch längst hat die Technik Einzug gehalten, und der Übersetzer ist neben dem Sprachkünstler längst auch Bändiger zahlreicher Software-Tools, jongliert erfolgreich mit zahllosen Dateiformaten und balanciert gekonnt auf dem dünnen Drahtseil zwischen dem immer höheren Qualitätsanspruch der Kunden einerseits und dem steigenden Preisdruck durch globalisierte Sprachendienste andererseits.

Doch Übersetzer und Übersetzerinnen feiern, denn: Der Bedarf an Übersetzungen hat allen Unkenrufen zum Trotz und ungeachtet diverser Online-Übersetzungshilfen auch im neuen Jahrtausend zugenommen, der Berufsverband (BDÜ) bietet einen immer besseren Service für Übersetzer und Kunden, professionelle Internetforen bringen kompetente internationale Teams zusammen und regionale Übersetzergruppen machen aus dem früheren „Einzelkämpfer“-Berufsstand eine bunte Truppe engagierter Sprachprofis.

Und die Kunden feiern mit: Denn viele von ihnen erkennen, dass Sparen nur gut ist, wenn man es an der richtigen Stelle tut, bauen deshalb langfristige Geschäftsbeziehungen mit ihren Übersetzern auf und nutzen so deren wachsende Kompetenz. Immer bessere Translation-Memory-Software der Übersetzer erspart den Kunden bei besonderen Dateiformaten den Nachbearbeitungsaufwand, senkt wegen der Nutzung vorhandener Daten die Kosten und erhöht zugleich die Qualität.

Liebe Kunden und Kollegen: Auf ein neues Übersetzerjahr mit vielen guten Texten!

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